1. März 2025
Unsere zweite Firmenbesichtigung in diesem Lions Jahr führte zur Fa. Schunk nach Mengen. Der Geschäftsführer Markus Kleiner wies in seiner überaus fachkundigen und beeindruckenden Einführung auf die Historie des Unternehmens hin und legte die verschiedenen Geschäftszweige dar. Ein ganz besonderes Highlight wartete im Empfangsraum auf die Besucher ... doch der Reihe nach: 1945 in einem Pferdestall in Laufen mit dem Kauf einer Drehmaschine im Wert von 3.000 RM von Friedrich Schunk gegründet, entwickelte sich die Firma Schunk stetig weiter und wurde ab 1964 von Heinz Dieter Schunk, dem Sohn Friedrichs, weitergeführt. 1994 erfolgte die Übernahme der Fa. Haage aus Mengen, die auf die Fertigung von Drehfuttern spezialisiert war. Neben Mengen gibt es acht weitere Produktionsstandorte, 34 Niederlassungen und 32 Vertriebspartner in insgesamt 75 Ländern. Die Fa. Schunk hat einen jährlichen Umsatz von insgesamt 562 Mio.€, verfügt über 3.700 Mitarbeiter, wobei 550, davon 50 Azubis, am Menger Standort arbeiten. Ausgebildet werden unter anderem Zerspanungsmechaniker, Mechatroniker und Industriemechaniker, es wird ebenfalls ein duales Maschinenbau-Studium angeboten. 90% der Mitarbeitenden wohnen in einem Umkreis von 20 Km um das Werk. Die Fa. Schunk ist auf Spann-, Greif- und Automatisierungstechnik spezialisiert und legt Wert auf Design, was mit Produkten wie einem Designerdrehfutter ebenso zum Ausdruck kommt, wie mit den im Empfangsraum präsentierten Oldtimern! Produkte, die in Mengen gefertigt werden, werden auch in Mengen entwickelt. Der Exportanteil liegt bei 65%. Zum Thema Teamentwicklung ist hervorzuheben, dass 95% der Auszubildenden übernommen werden. Es gibt Kooperationen mit Schulen, Kindergärten und der OWB, die Führungskräfteentwicklung folgt dem DISC-Modell mit den vier Persönlichkeitstypen Dominat, Initiativ, Stetig und Gewissenhaft. Die Firmenphilosophie laute: Wir sind ein Team, wir begegnen uns auf Augenhöhe! Die Produktionsfläche beträgt ca. 21.000 qm (entspricht 3,5 Fußballfeldern!), die Büroflächen immerhin 4.500 qm. Die anschließende Führung durch das Werk zeigte in der im Jahre 2020 neu gefertigten Halle eindrucksvoll den hochtechnisierten Standard der Fa. Schunk. Im 3-Schicht-Betrieb wird an Fräs- und Schleifmaschinen gearbeitet, die Nachtschicht ist nahezu voll automatisiert, ein Hochregallager ermöglicht eine Versorgung der Maschinen über kurze Wege. Über eine Absauganlage werden pro Stunde ca. 140.000 m³ Luft abgesaugt, mit einer Photovoltaikanlage werden 11 % des Energieverbrauchs gedeckt, die Temperatur wird über ein Wärmetauscher-System konstant gehalten. Die Energiepreise seien aktuell doppelt so hoch wie vor dem Ukrainekrieg, der Energiebedarf mache 2-3 % des Umsatzes aus!